Presse

BZ - Do, 24. Januar 2013

Musiker und Publikum in intensivem Kontakt

Konzert der Waldorfschule Markgräflerland in der Martinskirche unterstreicht den hohen Stellenwert der musikalischen Ausbildung .

MÜLLHEIM (hrl). Dieses Konzert beweist den hohen Stellenwert, den die musikalische Ausbildung an der Waldorfschule genießt. Schon gleich zu Anfang ziehen die Sänger die Zuhörer in ihren Bann und lassen sie bis zum Schluss nicht mehr los. Der intensive Kontakt der Musizierenden zum Publikum und die durchgehende Spannung sind an diesem Abend auffallend. Beim flott, fast energisch vorgetragenen englischen Hymnus "Abide with me, Evening falls" steht der Schüler- und Elternchor ganz nah am Publikum auf der Bühnentreppe in der Martinskirche, so dass Chorleiter Armin Held von der Seite aus dirigieren muss. Dass Schüler und Eltern getrennt proben – unter der Leitung von Armin Held (die Schüler) und Matthias Tiemel (die Eltern) – , der Elternchor sich sogar jedes Jahr neu bildet, ist nicht zu merken. Als gemeinsamer Klangkörper agieren die Sänger ungemein dicht und harmonisch.

Ein Schülerorchester der Waldorfschule mit Solisten aus den eigenen Reihen hat sich unter der Leitung von Annika Kirschke dieses Jahr etwas ganz Besonderes vorgenommen: Das 5. Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach stand im Mittelpunkt dieses Konzertabends. Den Part des solistisch eingesetzten Cembalos übernahm Valentin Egel am großen Flügel in der Martinskirche. Nicht nur deshalb, sondern auch durch Egels virtuoses, fast schon professionelles Spiel tritt diese Stimme im Vergleich zu den beiden anderen Solistinnen Felicitas Borchers (Violine) und Nanda Schütterle (Flöte) schon rein optisch deutlich mehr in den Vordergrund als in der Originalbesetzung. Alle drei musizieren aufmerksam und unprätentiös zusammen, setzen Akzente in den ihren Instrumenten eigenen Klangfarben und nehmen sich gleich darauf merklich zurück, wenn ein Motiv in die andere Stimme wandert. Mit jugendlichem Schwung interpretieren die Schüler das Konzert, in ihrem Ausdruck und Selbstbewusstsein werden sie jederzeit sicher und zuverlässig vom Orchester unterstützt. Ein feines Gespür zeigen die Solisten für den besonderen Charakter des Affetuoso im langsamen Satz und seine kammermusikalische Gestaltung, während der letzte Satz, getrieben vom rhythmischen Hämmern der Tasten, wieder mächtig an Tempo gewinnt.

Der Chor zeigte seine Vielfalt bei den nun folgenden Beiträgen vom amerikanischen Sklavenlied ("Cotton needs a Pickin’ so bad") über Jazz ("Ring-around-a-rosy Rag" und "Side by Side"), um dann mit einem feierlichen "Ave Verum" von Wolfgang Amadeus Mozart den reinen Chorteil abzuschließen.

Der Kreis schließt sich mit der Kantate "Alles, was ihr tut" von Dieterich Buxtehude – er soll von Bach sehr bewundert worden sein, so Annika Kirschke. Chor und Orchester musizieren jetzt gemeinsam, die Bewegung in der dynamischen Kantate wird gegliedert durch einfühlsam ausgeführte Phrasierungen und nicht zuletzt durch präzise Artikulation. Es gelingt dem Chor, den Zuhörer ganz direkt anzurufen, der Glaubensruf in der Musik wirkt authentisch. Mit ihrem kraftvollen Einstieg in das Motiv "Habe Deine Lust" setzen die Männerstimmen einen beeindruckenden Akzent. Begeistert verlangen die Zuhörer eine Zugabe.

Chor und Orchester unter der Leitung von Annika Kirschke

BZ - 15. Dezember 2011

Alle arbeiten auf dem Bauernhof

An der Waldorfschule läuft manches einfach ein bisschen anders.

Auf dem Weg ins Praktikum: Max Hoffmeister, Jacob Reisser, Lars Breckenfelder, Lea Graumann, Maria Persicke und Ilona Martijn (vorne) Foto: Klein

MÜLLHEIM. Die Gemeinschaftsschule kommt. Anfang der Woche hat die Landesregierung beschlossen, im kommenden Herbst mit 30 Modellschulen an den Start zu gehen. Was dort erprobt werden soll, gibt es anderenorts schon: Für die Schüler der Waldorfschule Markgräflerland gehört gemeinsames Lernen zum Alltag. Sie sind zwölf Jahre lang in einer Klasse – ganz egal, ob am Ende der Schullaufbahn die Mittlere Reife oder das Abitur steht. Auch viele Praxiserfahrungen sind für alle gleich.
Sie tanzen ihren Namen, umarmen Bäume und sind auch sonst irgendwie eher sanftmütige Gestalten. Waldorfschüler besuchen eine ziemlich wirklichkeitsfremde Schule und können in der harten Realität des Berufsalltags wohl kaum bestehen. So lauten einige weitverbreitete Klischees über die Absolventen der anthroposophischen Schulen. Könnten sie tatsächlich maßlos übertrieben sein?

Sie könnten. Schließlich gibt es durchaus Aspekte des Konzepts der Waldorfschulen, die jetzt an staatlichen Schulen eingeführt werden. Aktuellstes Beispiel ist das gemeinsame Lernen, das ab Herbst 2012 an 30 Modellschulen in Baden-Württemberg Realität werden soll. In der Waldorfschule ist es das längst: Die Schüler der Waldorfschule Markgräflerland besuchen zwölf Jahre lang dieselbe Klasse, obwohl nicht alle denselben Abschluss machen: Wer sich in der 9. Klasse für den praktischen Zug entscheidet, verlässt die Schule mit der Mittleren Reife und lernt handwerkliche Dinge statt Französisch oder Russisch. Von den Mitschülern wird er deswegen nicht generell getrennt.

Auch die diversen Praktika, die in der Waldorfschule zur Laufbahn jedes Schülers gehören, machen deutlich, dass die jungen Menschen trotz aller Individualität offenbar auf einen gemeinsamen Erfahrungsschatz zurückgreifen können sollen, statt sich allzu früh zu spezialisieren.

Dabei heißt das erklärte Ziel dieser Praktika vorrangig keineswegs bloß Berufsorientierung. Wenn es auf einen Bauernhof geht, dann möchte die Waldorfschule damit nicht primär aktive Nachwuchsförderung im Agrarsektor betreiben. Vielmehr sollen die Jugendlichen andere Lebenszusammenhänge kennenlernen und eine elementare Tätigkeit entdecken: die Lebensmittelerzeugung. So erklärt es zumindest Helmut Gruber, Lehrer an der Waldorfschule Markgräflerland. Durch die Praktika würden seine Schüler in neue Zusammenhänge hereingezogen und kämen verwandelt zurück.

Die Schüler stimmen zu: "Es führt schon ein bisschen in die Realität zurück", sagt etwa Max Hoffmeister (16). Er hat auf dem Bauernhof vor allem gelernt, seinen Medienkonsum kritisch zu betrachten. Auch seine Mitschülerin Lea Graumann (16) hat aus ihrem Praktikum auf einem Hof in Südtirol viel mitgenommen. Sie erzählt davon, wie beeindruckend es gewesen sei, von dem Landwirt so viel Vertrauen entgegengebracht zu bekommen: "Wenn zum Beispiel eine Kuh ausgebrochen ist und er zu viel zu tun hat, vertraut er dir einfach, dass du es schaffst, sie einzufangen", erinnert sie sich.

Fürs Praktikum geht’s zum Beispiel nach Sydney, Berlin oder Freiburg

Wandel ist wohl auch das richtige Stichwort für die Praxisetappen in der 10. Klasse. Man will sich weniger dem Subjektiven, sondern mehr dem Objektiven zuwenden. Den Anfang bildet ein Vermessungspraktikum in der Schweiz oder in Tschechien. Dieses Jahr vermaßen sie im Oktober ein Stück Land in Tschechien. In Kleingruppen wurden jeweils Quadrate vermessen. Dabei lernten sie, Mathematik praktisch anzuwenden. "Da gibt es keine Diskussion, weil nur eine objektive Wahrheit gilt", erklärt Lehrer Gruber.

Ende Januar 2012 steht für die Schüler dann ein vierwöchiges Berufspraktikum auf dem Programm: Rund 30 Schüler gehen ins Praktikum; sechs von ihnen haben der BZ im Vorfeld erzählt, was sie vorhaben: Max Hoffmeister wird sich für vier Monate zum Schüleraustausch nach Australien verabschieden und dort bei einem Architekten oder einer Grafikerin den Berufsalltag kennenlernen, während sein Klassenkollege Lars Breckenfelder vorerst in der Gegend bleibt: Er wird in Freiburg zwei Wochen bei einem Klavierbauer verbringen und zwei Wochen in einen anderen Bereich hineinschnuppern. In die Werkstatt eines Instrumentenbauers wird es wohl auch Ilona Martijn verschlagen: Sie wird dort lernen, welche speziellen Voraussetzungen die Instrumente für musiktherapeutische Anwendungen erfüllen müssen. Danach möchte sie noch zwei Wochen in einer Suchtklinik arbeiten. Lea Graumann möchte die Hälfte der Praktikumszeit in einem Geburtshaus in Marburg verbringen und dann noch zwei Wochen die Kunsttherapie kennenlernen. Maria Persicke zieht es dagegen nach Berlin. Dort wird sie zwei Wochen in einem Radiosender arbeiten; anschließend möchte sie gerne noch Zeit im Synchronstudio verbringen. Der Sechste im Bunde, Jacob Reisser, ist derzeit noch ein bisschen unentschlossen. Er will zwei Praktika im handwerklichen Bereich machen. Konkrete Vorstellungen hat er noch nicht.

Mit ihrem Berufspraktikum schließen die Schüler eine weitere Phase ihres Schülerlebens ab. In der 11. Klasse stehen dann wieder andere Ziele im Vordergrund. Es geht um grundsätzliche Fragen: Wer bin ich? Was macht den Menschen aus? Die Schüler sollen ihre Position im Leben finden. Dem dient auch das Sozialpraktikum, das die Jugendlichen vier Wochen lang in einer sozialen Einrichtung absolvieren. Während dieser Zeit arbeiten sie nicht nur dort, sondern leben auch in der jeweiligen Einrichtung.

Danach geht es zurück an die Schule – erneut um einige Erfahrungen reicher.

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BZ - 13. Dezember 2011

Etwas anderes Geschenk

NEUENBURG AM RHEIN. Ein etwas anderes Nikolausgeschenk wartete in diesem Jahr auf die Bewohner des Seniorenzentrums St. Georg in Neuenburg. Wie die Leiterin Schwester Verena eingangs erklärte, sei der Nikolaus leider zu überlastet mit Besuchen bei Kindern. Deshalb kamen stattdessen die Viertklässler der Waldorfschule Müllheim ins Seniorenzentrum, um ihr Weihnachtsspiel aufzuführen.

Wie die Waldorfschule dazu mitteilt, hatten die Kinder in den Herbstferien unermüdlich mit ihrer Klassenlehrerin Verena Becker geprobt, unterstützt von einigen engagierten Müttern. Das Stück "Ä Chindli isch uns gebore" war von Elternsprecherin Manuela Ziegert gemeinsam mit der Klassenlehrerin in alemannischer Sprache eigens für die Kinder der Klasse geschrieben worden. Auf diese Weise wurde ein Jahr abgeschlossen, in dem die Schüler sich mit den alemannischen Bräuchen und sprachlichen Besonderheiten auseinandergesetzt hatten. Damit in dem Theaterspiel auch jedes Kind eine kleine Sprechrolle bekam, wurde das Stück mit vielen Erzählern besetzt und es gab sozusagen keine Hauptrollen.

Am Nikolaustag zogen die Schüler dann singend die große Treppe hinunter ins Foyer des Seniorenzentrums, wo gespannt eine ganze Anzahl von Augenpaaren auf sie gerichtet war. Ob die Senioren den alemannischen Text immer so gut verstanden, konnte man ihren Gesichtern nicht ablesen, doch interessiert und zufrieden lauschten sie jedenfalls. Die zwischengeschobenen weihnachtlichen Lieder schienen besonders großen Gefallen zu finden, einige Zuhörer summten sogar in Erinnerungen versunken mit. Nach dem Spiel erhielten auch die Kinder noch eine kleine Nikolausfreude, denn das Seniorenzentrum bedankte sich mit Saft und Grättimännern für die kurzweilige Unterhaltung. Da diese Erstaufführung des Stückes nun gut gemeistert wurde, sind zur öffentlichen Vorstellung am Dienstag, 20. Dezember, 17 Uhr, alle Interessierten in die Festhalle der Waldorfschule in Müllheim eingeladen.

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BZ - 28. Juli 2011

Tolle Jahresarbeiten

MÜLLHEIM. Kürzlich fand sich in der Sport- und Festhalle der Freien Waldorfschule Müllheim ein breites Publikum ein, um die Präsentationen der Jahresarbeiten der Schülerinnen und Schüler der elften Klasse mitzuerleben. Es ist ein Bestandteil des Bildungskonzeptes der Waldorfschulen, dass jene Schüler ein von ihnen gewähltes Thema praktisch und theoretisch erarbeiten und dann die Ergebnisse öffentlich machen. Das geschieht per Vortrag, teils unterstützt von Kommunikationstechnik, aber auch mittels Tanz, Gesang und Musik. Dazu hat jeder Schüler einen Stand in der Schule eingerichtet, an dem die Jahresarbeit eingesehen werden kann. Die Schüler hatten ihren Vorträgen einen Ausspruch des französischen Philosophen Voltaire vorangestellt: "Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion." Die intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Problemstellungen war für die Zuschauer nicht nur beeindruckend, sondern auch eine echte Wissensbereicherung. Etliche Besucher waren eigentlich nur gekommen, um einige für sie interessante Vorträge zu hören. Doch viele von ihnen konnten sich dann dem Reiz nicht entziehen, weitere der vielfältigen Präsentationen zu erleben. So spannte sich der Themenkreis von Kunst, Musik und Philosophie über Pädagogik, Psychologie und Religion bis hin zu Sport und Abenteuer. Aktuelle Fragestellungen der Gesellschaft und des Lebens kamen dabei nicht zu kurz. Nach dem abschließenden Lied "We Are The World" von Michael Jackson dankten die Akteure ihren beiden Klassenbereuern Claudio Czak-Lindemann und Milena Ungerer für die Unterstützung ihrer Arbeit und allen anderen, die zum Erfolg der Vortragsreihe beigetragen hatten. Für das leibliche Wohl an diesen drei Tagen sorgten viele Mitschüler und Eltern.

BZ - 28. Juli 2011

Tolle Jahresarbeiten

MÜLLHEIM. Kürzlich fand sich in der Sport- und Festhalle der Freien Waldorfschule Müllheim ein breites Publikum ein, um die Präsentationen der Jahresarbeiten der Schülerinnen und Schüler der elften Klasse mitzuerleben. Es ist ein Bestandteil des Bildungskonzeptes der Waldorfschulen, dass jene Schüler ein von ihnen gewähltes Thema praktisch und theoretisch erarbeiten und dann die Ergebnisse öffentlich machen. Das geschieht per Vortrag, teils unterstützt von Kommunikationstechnik, aber auch mittels Tanz, Gesang und Musik. Dazu hat jeder Schüler einen Stand in der Schule eingerichtet, an dem die Jahresarbeit eingesehen werden kann. Die Schüler hatten ihren Vorträgen einen Ausspruch des französischen Philosophen Voltaire vorangestellt: "Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion." Die intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Problemstellungen war für die Zuschauer nicht nur beeindruckend, sondern auch eine echte Wissensbereicherung. Etliche Besucher waren eigentlich nur gekommen, um einige für sie interessante Vorträge zu hören. Doch viele von ihnen konnten sich dann dem Reiz nicht entziehen, weitere der vielfältigen Präsentationen zu erleben. So spannte sich der Themenkreis von Kunst, Musik und Philosophie über Pädagogik, Psychologie und Religion bis hin zu Sport und Abenteuer. Aktuelle Fragestellungen der Gesellschaft und des Lebens kamen dabei nicht zu kurz. Nach dem abschließenden Lied "We Are The World" von Michael Jackson dankten die Akteure ihren beiden Klassenbereuern Claudio Czak-Lindemann und Milena Ungerer für die Unterstützung ihrer Arbeit und allen anderen, die zum Erfolg der Vortragsreihe beigetragen hatten. Für das leibliche Wohl an diesen drei Tagen sorgten viele Mitschüler und Eltern.

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BZ -15. Juni 2011

Broadway in Müllheim

MÜLLHEIM. "The Sound of Music" ist das meistgespielte Musical am Broadway – an dieses legendäre Stück wagte sich die achte Klasse der Freien Waldorfschule in Müllheim zum Abschluss ihrer Mittelstufen- und Klassenlehrerzeit und legte damit ein "Reifezeugnis" vor den Übergang in die Oberstufe ab. Die Schüler nahmen die Herausforderung an, monatelang an Text, Choreografie, Gesang und Darstellung zu feilen. Unter der Leitung des Klassenlehrers Nikolaus Doriszky durchliefen die Schüler Höhen und Tiefen und begegneten in so manchem Moment ihren persönlichen Grenzen, was seitens der Schule durchaus gewünscht war. Die Handlung beschreibt die Geschichte einer Nonnenschülerin, die vor dem Ablegen ihres Gelübdes in einer Kapitänsfamilie als Kindermädchen ihre letzten "weltlichen Erfahrungen" sammeln soll. Aus dem Gelübde wird jedoch nichts, da sich die Protagonistin in den Kapitän verliebt und diesen am Ende heiratet. Den Rahmen der Geschichte bilden die politischen Ereignisse der Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg und der Druck, Österreich an das Deutsche Reich anzuschließen. Das Hineinschlüpfen in ein Nonnenkostüm, in die Rolle eines kleinen Kindes oder eines NS-Soldaten stellten ebenso hohe Anforderungen an die 14- bis 15-jährigen Schüler wie die Darstellung von Gefühlen, denen sich die Nonnenschülerin Maria und Kapitän von Trapp sowie die Kapitänstochter Liesel während der Tanz- und Kuss-Szenen stellen mussten. Wie überzeugend all dies auf die Bühne gebracht wurde, zeigten die Reaktionen des Publikums, das die Leistungen mit Szenen- und Abschlussapplaus belohnte. Die musikalische Begleitung übernahmen das Mittel- und Oberstufenorchester unter Leitung von Annika Kirschke und Matthias Thiemel am Klavier, für die Choreographien war Eurhythmielehrerin Karyna Kakachia zuständig. Gezeigt wurde das Musical in drei öffentlichen und einer internen Aufführung.

Die achte Klasse der Freien Waldorfschule in Müllheim auf der Bühne mit dem Stück „The Sound of Music“. Foto: Privat

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BZ -09. Juni 2011

21 Schüler haben Abitur - Abschied von Waldorfschule.

MÜLLHEIM (BZ). Freude stand den Absolventen ins Gesicht geschrieben, als sie am Samstag im Musiksaal der Freien Waldorfschule in Müllheim ihre Reifezeugnisse entgegennehmen konnten. Alle 21 Schülerinnen und Schüler hatten das Abitur bestanden. Klassenbetreuer Armin Held freute sich über dieses Ergebnis und betonte, dass diese Abiturklasse in herausragender Weise die Gemeinsamkeit gepflegt habe. "Auch wenn durch Ihren Weggang an der Schule eine deutliche Lücke entsteht, lassen wir Sie doch mit gutem Gefühl ziehen, verbunden mit dem aufrichtigen Wunsch, dass Sie ebenso gern an Ihre Schule zurückkehren", sagte Held.

Auch Preise wurden vergeben: in Geschichte an Martha Koelbing und Tim Beller, in Politik an Christine Schultheiß und David Sander, in Englisch an Linda Werner, in Mathematik an Mira Ostern und Johannes Aatz, stellvertretend für die ganze Klasse. Weitere Preise gingen in Russisch an Sophie Kaiser, in Kunstgeschichte an Ramon Seeliger und David Sander, in Musik an Johanna Reichel, Milena Persicke und Rachel Dockweiler. Rachel Dockweiler bekam einen Büchergutschein der der Deutschen Lesegesellschaft. Für die beste Abiturnote dürfen Jocelyn Corio und Tim Beller an einem Seminar der Studienstiftung teilnehmen. Die Abiturienten sind: aus Badenweiler Linda Kerstin Werner, aus Ehrenkirchen-Offnadingen Johanna Reichel, aus Kandern-Gupf Franziskus Rau, aus Malsburg-Marzell Amanda Dehn, aus Münstertal Johannes Aatz, aus Müllheim Mareike Jung, Martha Koelbing, Antonia Vitalis Margowski, Christine Schultheiß, Rahel Marie Widmann, aus Dattingen Tim Juri Beller, aus Hügelheim Mira Ostern, aus Niederweiler Jocelyn Corio, aus Schallstadt Sophie Kaiser, Nils Wolff, aus Staufen Julia Bappert, aus Steinen Hendrik Haack, David Sander, aus Sulzburg Rachel Dockweiler, Milena Persicke, Ramon Seeliger.

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2010

BZ - 11. Oktober 2010

Kabarett: Georg Schramm ätzt über Stuttgart 21

Kabarett-Legende begeistert bei zwei ausverkauften Benefiz-Kabarettabenden in Müllheim zugunsten der Waldorfschule Müllheim

MÜLLHEIM. Nix Neues? Von wegen. Premiere hatte das neue Kabarettsolo zwar in Freiburg. Wer aber bundesweit in der Topliga des politischen Kabaretts spielt wie Georg Schramm, ist auch topaktuell. Stuttgart 21 hat er erstmals in Müllheim thematisiert, bei zwei Benefizabenden in der Festhalle der Waldorfschule. Ausverkauft, wie immer, wenn er auftritt.

Georg Schramm betitelt sein Programm: "Über die Zweckentfremdung der Demenz." Die Alten müssen sich wehren. Das hat plötzlich eine ganz neue Dimension, seit in Stuttgart die Staatsgewalt offen gegen Senioren vorgeht. Vermummte Gestalten – "die Polizei" – können Pflastersteine nicht von Kastanien unterscheiden. Innenminister Rech hatte Lehrern vorgehalten, ihre Schüler auf die Straße zu schicken. Was ist mit den Betreibern von Seniorenheimen? "Wer hat denn die Alten zur Demo getrieben?" Georg Schramm hat seine Bühnenfiguren wieder perfekt in Szene gesetzt. So auch den hessischen Sozialdemokraten August, der gern mal einen "Schoppe pätzt". Er mahnt die Alten: "Sei friedlich, sunst kimmst’ ins Heim."

Schlimm kann der Krieg nicht sein, wenn ein Oberstleutnant, wie bei Schramm, Sanftleben heißt. Die deutsche Regierung spricht beim Einsatz in Afghanistan auch nicht von Krieg. Logisch. Wenn sich Deutschland im Krieg befände, wären laut Verfassung alle Wahlen verboten. Mal angenommen, Bundeskanzlerin Merkel deklarierte das sinnlose Blutvergießen in Afghanistan nicht als humanitären Brunnenbau-Einsatz, sondern als Krieg, dann fielen die Landtagswahlen in Baden-Württemberg aus. Das könnte die Rettung für Stefan Mappus sein, denn: "Dann wird Schwarz-Gelb am Hindukusch verteidigt", sagt Oberstleutnant Sanftleben. Er fragt sich auch, warum immer dann, wenn "Eigenblut" fließt – also wenn deutsche Soldaten fallen – von einem "feigen Hinterhalt der Taliban" die Rede ist. Der Hinterhalt gehöre doch zur militärischen Grundausbildung. "Nur ein blöder Taliban stellt sich vors Gebüsch, wenn er schießt."

Als Lothar Dombrowski, dem Preußen mit dem steifen Arm, ereifert sich Georg Schramm über die von der SPD erfundene Wortkreation "freiwillige Wehrpflicht". Ein Beispiel dafür, wie Politiker Sprache missbrauchen, um nicht verstanden zu werden. Der Sprachschatz ist auch ein Thema bei Demenz. Weil er schrumpft. Mit der Orientierung hapert’s auch. Trotzdem will der Sozi-August "um’s Verrecke in kei Heim". Sonst müsste er nämlich die Hand beißen, die ihn füttert. Dombrowski rät, sich selbst rechtzeitig einzuschläfern. Aber: "Die Gutwilligen scheitern am Wort rechtzeitig." Beim Einschläfern könnte die Neujahrsansprache des Bundespräsidenten helfen, "auch wenn der Köhler jetzt Wulff heißt."

Georg Schramm ist aus "Der Anstalt" (im ZDF) ausgebrochen, weil er lieber auf kleinen Bühnen das Gespräch sucht, "mit der Generation der Pflegebedrohten". Das ist ihm grandios gelungen. An zwei Abenden hat er insgesamt 840 Fans begeistert und alle Einnahmen der Waldorfschule gespendet. Die Schüler haben mitgeholfen, souverän den Parkdienst geregelt und für den Pausensnack außergewöhnliche Gourmet-Teller zubereitet.

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BZ - 09. Oktober 2010

Georg Schramm fördert Waldorfschule

Einnahmen aus zwei Kabarettabenden bilden den Grundstock für den neuen Förderverein.

MÜLLHEIM. "Die Anstalt" – die Kabarettsendung im ZDF – hat er hinter sich. Georg Schramm ist auf die Bühne zurückgekehrt. Und er gastiert mit seinem neuen Programm in der Festhalle der Müllheimer Waldorfschule. Gestern und heute. Aber: Auch heute ist schon alles ausverkauft. Das ist eine schlechte Nachricht für Fans, aber eine gute für die Waldorfschule, denn: Die Einnahmen sind der Grundstock für einen Förderverein.

Eine Gruppe von Lehrern und Eltern ist dabei, einen "Verein zur Förderung sozialer und pädagogischer Projekte an der Freien Waldorfschule Markgräflerland" zu gründen. Das sei notwendig, weil die staatlichen Zuschüsse gerade mal 65 Prozent der Kosten deckten, sagen die Waldorfpädagogen Jens Weidtke und Stefan Riedlinger. Hinzu komme, dass immer mehr Eltern Schwierigkeiten hätten, das Schulgeld aufzubringen, ergänzt Georg Schramm als Vater eines Sohnes, der Schüler an der Waldorfschule ist.

Er habe den Eindruck, dass sich Lehrer an Waldorfschulen im Vergleich zu den besser besoldeten Kollegen an staatlichen Schulen "am Rande der Selbstausbeutung engagieren", erklärt Georg Schramm. Aus diesem Grund wolle er dazu beitragen, dass sich zumindest die Rahmenbedingungen möglichst positiv gestalten.

Kabarettist Georg Schramm unterstützt Jens Weidtke und Stefan Riedlinger (von links), die den Förderverein Waldorfschule gründen. Foto: umiger

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